
Unser erster Tag unterwegs mit den Rädern. Morgens haben wir in Ruhe gepackt, im Hotel gefrühstückt und uns dann von meinem Vater in einen Vorort von Prag bringen lassen. Dort haben wir aus dem Taschen- und Fahrräderchaos wieder einen beweglichen Tross gemacht und sind hoch motiviert Richtung Heimat gestartet.
Geplant waren knapp 50 Kilometer. Gleich zu Beginn gab es leichte Startschwierigkeiten, weil ich zu wenig Empfang hatte, um die geplante Route aufzurufen. Aber zumindest die Karte hat geladen, also konnte ich manuell die Radrouten raussuchen und wir sind eben nach meiner Erinnerung gefahren.
Was uns sehr schnell klar wurde: Die Tschechen haben komische Vorstellungen davon, was ein Radweg ist... Eigene Spur? Pustekuchen. Alles Landstraße. Die ist schmal und man kann sie sich mit den Autofahrern teilen. Die sind zum Glück nicht am Schimpfen oder Hupen, aber langsam fahren und sich mal hinten dran einreihen kennen sie auch nicht wirklich. Heißt, die Wege waren größtenteils gut geteert, aber mental war die Strecke super anstrengend, weil man ja immer Sorge haben muss, dass mal einer den Abstand zur Gruppe nicht gut genug einhält. Wir sind also so zügig wie möglich gefahren, was trotzdem mit jeder Stunde langsamer wurde. Aus der Motivation ist schnell Müdigkeit und Frustration geworden. Viele Täler und Berge, immer unter Strom, zwischendurch noch ein Regenschutt, den wir zum Glück in einer großen Bushaltestelle aussitzen konnten. Wir haben gefühlt siebentausend Pausen gemacht und sind auf dem letzten Stück vor dem Campingplatz noch von einem Traktor mit Acker bestäubt worden. Riesen Wolke, Dreck einfach überall. Schön auf die geschwitzte Haut und in die Augen. Immerhin ging es bergab und wir mussten nicht länger als nötig in der Wolke verbringen.
ABER: Wir haben die geplanten fünfzig Kilometer letztlich gepackt. Und siehe da, kaum waren wir auf dem Campingplatz mit dem hübschen See und das Zelt stand, schon waren die Kinder wieder top fit. 😉
Können wir nochmal in den See? Dürfen wir mit den anderen Kindern spielen? Essen wir jetzt was? Darf ich ein Eis? Und das Lustigste: Dürfen wir nochmal mit dem Fahrrad fahren? Hä?!? Spinnen die? 🤣
Mittlerweile sind die meisten von uns jedenfalls satt, geduscht und haben neue Freunde gefunden. Der Tag hätte schlimmer sein können.
Mal sehen, wohin es uns morgen verschlägt. Nach dem angekündigten Regenguss um fünf werden wir jedenfalls langsam wieder packen und unsere Vorräte auffüllen.




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Oma Barbara (Montag, 27 Juli 2026 21:09)
Na,das war wohl ziemlich anstrengenf u.aufregend!
Gutes Ende!